Christian Huß erzählen im Gespräch mit den beiden Altstipendiaten Florian Dressler und Justus Hövelmann, die aus ihrer Stipendiatenzeit erzählen und erklären was undconsorten von anderen Unternehmensberatungen unterscheidet.

Interview

 


Christian: Lieber Florian, lieber Justus, ihr seid beide Altstipendiaten der Stiftung. Wie habt Ihr Euch damals in der FNF engagiert und was ist Euch aus Eurer Stipendiatenzeit besonders in Erinnerung geblieben?

JH: Ich wurde 2010 in die Grundförderung aufgenommen und habe dann relativ bald damit angefangen, mich im AK WiSo zu engagieren und ab 2011 auch eine Koordinatorenfunktion übernommen. Über die Jahre sind dann wirklich einige coole Veranstaltungen mit großer inhaltlicher Bandbreite zusammengekommen, die wir gemeinsam auf die Beine gestellt haben. Dabei habe ich mit die besten meiner Freunde in der Stiftung gefunden.

FD: Meine Stipendiatenzeit ist ein bisschen länger her als bei Justus, auch wenn ich damals ebenfalls im AK WiSo aktiv war. Die FNF hat mich während meiner Promotion an der TU Berlin gefördert. Auch ich erinnere mich an viele Veranstaltungen gern zurück. Ganz herausragend fand ich damals das Kommunikationstraining in der Villa Lessing – einige der Konzepte nutze ich noch heute im Rahmen unserer Beratungsarbeit.

Nach dem Studium seid Ihr beide direkt in die Beratung eingestiegen. Warum die Entscheidung ausgerechnet für dieses Berufsfeld?

FD: Da ich Wirtschaftsingenieur im Bereich Lufahrttechnik bin, lag eine Karriere bei einem Flugzeugbauer oder einer Airline nahe. Allerdings wollte ich mich nach der Uni aber auch nicht sofort thematisch festlegen und lieber noch einiges ausprobieren. Als ich dann in meinem Auslandssemester in Tokio einige Berater kennengelernt habe, die vom großen Abwechslungsreichtum ihres Jobs ziemlich begeistert waren, begann ich zu überlegen, ob das nicht etwas für mich sein könnte. Nach der Promotion habe ich dann direkt in der Top-Managementberatung angefangen und dachte mir anfänglich »das mache ich ja eh‘ nur 2 Jahre«. Mittlerweile sind es elf geworden und es macht mir immer noch viel Spaß. Und die Fliegerei spielt glücklicherweise immer noch eine Rolle in meinem Leben: Nebenbei habe ich die Verkehrspilotenlizenz gemacht und bilde an den Wochenenden Flugschüler aus.

JH: Ich hatte schon während meines Studiums früh Kontakt zu Beratungen; auch, weil das der erklärte Berufswunsch vieler meiner Kommilitonen war. Nach einigen Praktika war auch ich dann überzeugt, dass die Kombination aus spannenden inhaltlichen emen, tollen Kollegen, von denen man eine Menge lernen kann und der Möglichkeit, früh Verantwortung zu übernehmen genau das Richtige für mich ist.

In der Unternehmensberatung gibt es ja auch eine Menge Klischees: Schwarzer Anzug, Leute rausschmeißen, Arbeiten bis Mitternacht usw.: Ist das wirklich immer so? Was unterscheidet undconsorten von anderen Beratungen?

FD: Klischees haben ja immer einen wahren Kern – und es gibt natürlich bisweilen Projekte, auf die das eine oder andere zutrifft. Wenn ich auf meine gesamte Beraterzeit zurückblicke gab es da sehr viele großartige Erlebnisse und Erfahrungen, aber halt auch Dinge, die mir nicht immer gefallen haben und durchaus auch harte Zeiten. Da muss man sich auch überlegen, wie man damit im Rahmen seiner Einflussmöglichkeiten umgeht. Am Ende kommt es natürlich auch stark auf den Ansatz und die Beratung an, bei der man arbeitet. Berater ist ja nicht gleich Berater. Bei undconsorten arbeiten wir an Potenzialen zur Leistungssteigerung von Organisationen, also der Frage, wie wir unsere Klienten erfolgreicher in ihrem Geschäft machen können. Dabei setzen wir an Themen wie Strategievermittlung, organisatorischer Aufstellung, Führung, Talent Management oder an der Umsetzung großer Transformationen an. Und das in einem Beratungsansatz, der gelingende Beratung stark als eine Koproduktion mit der Klientenorganisation versteht. Auch wir arbeiten damit an »harten« Geschäftsthemen und müssen als professioneller Dienstleister auf unseren Projekten exzellente Arbeit leisten. Allerdings sind unsere Projekte eher weniger die »klassischen« Restrukturierungsprojekte, bei denen es ausschließlich um Analytik und Maßnahmencontrolling geht.

JH: Ich glaube auch, dass wir in unserem Beratungsansatz einige sehr wichtige Elemente verbinden, die wirklich dabei helfen, die Klientenorganisation weiterzuentwickeln. Das gemeinsame Erarbeiten passender inhaltlicher Lösungen erzeugt dann echte »Ownership« und wenn unsere Klienten dann auch noch sagen »das haben WIR gemacht«, dann haben wir es in unserer Sicht richtig gemacht. Wir sind eine kleine »Boutique« mit einer tollen Mannschaft von fast 40 Mitarbeitern und da entsteht dann schon so etwas wie »Familiengefühl«, was die Arbeit sehr angenehm macht. Und man hat eben auch als junger Berater viele Möglichkeiten, die Firma mitzugestalten – von der Übernahme interner emen wie Marketing oder Nachwuchsgewinnung bis hin zur Mitarbeit in der Produktentwicklung.

Welches war denn euer coolstes Projekt bzw. verrücktestes Erlebnis als Berater?

FD: Ich kann gar nicht wirklich sagen, was das spannendste Projekt war, denn alle sind auf ihre eigene Weise speziell: Mal gibt es ein wirklich interessantes inhaltliches Problem zu lösen, manchmal ist es eine sehr interessante Mischung an Menschen mit denen man zu tun hat und die man im Zuge des Projekts kennen und schätzen lernt und manchmal sind es auch die verrücktesten Orte an die es einen für einen Workshop verschlägt – z.B. Meetings im Plattenbau auf dem Lande oder auf einem Bauernhof mit Ponys. Schön finde ich es insbesondere, wenn die Beziehung zum Klienten auch auf der persönlichen Ebene Spaß macht. So war ich vor kurzem mit einem unserer Klienten, mit dem ich vorher noch gemeinsam bei seinem Vorstand präsentieren durfte, beim Karaoke-Singen. Da lernt man sich dann außerhalb des Büros nochmal ganz anders kennen...

JH: Ich bin immer wieder beeindruckt von der großen Bandbreite nicht nur an Geschäftsmodellen, sondern auch an Unternehmenskulturen, die man als Berater so kennenlernt. Da ist vom Idea Hub in Co-Working Space-Form bis hin zu echter deutscher Industriekultur aus den 80ern, inkl. Raucherlounge auf der Vorstandsetage und dem obligatorischen Schnaps nach einem erfolgreichen Meeting so ziemlich alles dabei.

Im Gegensatz zu anderen Beratungen ist undconsorten nicht branchenspezifisch aufgestellt, vielmehr bedient Ihr einen Großteil der DAX30 Unternehmen. Gibt es gemeinsame Themen, die Eure Klienten aktuell besonders bewegen?

JH: Die Digitalisierung ist natürlich ein enorm wichtiges Thema, weil nur wenige Geschäftsmodelle davon nicht betroffen sind. Dadurch verändert sich auch die Arbeitswelt massiv, mit stetig steigenden Anforderungen an Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Um in Zukunft erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen sich schnell an sich ändernde Rahmenbedingungen anpassen und arbeiten daher an der Agilisierung ihrer Strukturen und Prozesse. Denn wenn Geschäft immer wenig planbar wird, werden Innovationskraft und Flexibilität zu den wichtigsten Ressourcen.

Seit ca. einem halben Jahr ist undconsorten Kooperationspartner des VSA. Aus welchen Gründen habt Ihr Euch für eine Kooperation entschieden und wie sieht Euer Angebot aus?

JH: Wir haben nach wie vor eine große persönliche Verbindung zur Stiftung und möchten die Begeisterung für das, was wir nach unserem Stipendiatenleben tun, gerne weitergeben. Gleichzeitig möchten wir junge Menschen bei der Berufswahl unterstützen, insbesondere dadurch, dass wir ein realistisches Bild davon zeigen, was Beratung aus unserer Sicht ausmacht. Dazu veranstalten wir z.B. in der zweiten Jahreshälfte einen Workshop exklusiv für die FNF, wo wir unsere Arbeitsweise anhand eines realen Fallbeispiels veranschaulichen werden.

FD: Und natürlich hoffen wir, so auch Verstärkung für die Consorten zu gewinnen. Denn Unternehmertum war schon immer ein Kernmerkmal der FNF-Stipendiaten und da passen wir sehr gut zusammen.

 

undconsorten

Veränderungen und Wandel bestimmen das Tagesgeschäft der Klienten von undconsorten. Zur Steigerung der organisatorischen Leistungsfähigkeit verwendet undconsorten einen integrierten Beratungsansatz, der die Entwicklung von inhaltlichen Lösungen mit der systematischen Weiterentwicklung der Mitarbeiter und nachhaltiger Verhaltensänderung verbindet. Der Name ist Programm: Der Klient steht im Mittelpunkt der Arbeit. Undconsorten unterstützt ihn als professioneller Berater, Moderator und Sparringspartner. Die Berater von undconsorten sind Strategieberater mit langjähriger Erfahrung und den verschiedensten fachlichen Hintergründen. Sie denken ganzheitlich aber dennoch ergebnisorientiert und immer im Sinne des Klienten.

 

Nächster Workshop

Der nächste exklusive Workshop mit undconsorten wird am 8. und 9. September 2018 in Berlin stattfinden. Mehr dazu unter Veranstaltungen auf der Webseite des VSA.

Ansprechpartner bei undconsorten ist Altstipendiat und VSA-Mitglied Justus Hövelmann: Justus.Hoevelmann@undconsorten.de

 

freiraum #58