Als die Finanzkrise vor rund zehn Jahren die Welt erschütterte und die Börsenwerte der Banken pulverisierte, sahen viele Journalisten und Experten bereits das Ende der Banken gekommen; Forderungen nach Zerschlagung und Verstaatlichung hatten plötzlich wieder Konjunktur. Eine darauffolgende Re-Regulierung veränderte zwar die Arbeitsbedingungen der Banken, doch im Großen und Ganzen schienen sie Verwerfungen glimpflich überstanden zu haben.

Heute, zehn Jahre später, scheint ein noch größeres Gespenst umherzugehen: die Digitalisierung; jetzt geht es nicht mehr nur um das Überleben einzelner Banken, sondern um die zukünftige Gestaltung eines ganzen Geschäftsfeldes mit all seinen Strukturen, Prozessen und Gewohnheiten. Anders als noch vor wenigen Jahren ist diesmal jedoch nicht der Gesetzgeber, sondern der technologische Wandel die zentrale Triebfeder für Veränderungen: Fintechs greifen die einst mächtigen großen Geldhäuser auf ihren Geschäftsfeldern an; die Blockchain ist in aller Munde und verspricht nicht weniger als eine Revolution der Koordination von Tausch und Handel; und Kryptowährungen wie Bitcoin faszinieren inzwischen nicht mehr nur Freaks und Kriminelle. Kurzum, es mehren sich die Anzeichen, dass ein technologischer Wandel das Geschäftsfeld der Banken grundlegend verändert, neuen Akteuren große Chancen bietet und damit die Frage aufwirft, wie wir uns die Zukunft dieses Geschäftsfelds vorzustellen haben. Diese Frage ist von großer gesellschaftlicher Relevanz, da Banken im Besonderen und der Finanzsektor im Allgemeinen eine elementare Rolle in unserem Wirtschaftssystem spielen.

Das Seminar startet am Freitagabend mit einer Einführung in das Thema. Hier sollen grundlegende Fragen geklärt werden: Warum gibt es eigentlich Banken? Wie agieren sie heute? Und wie sollten sie idealerweise agieren, um die Stabilität des Finanzsystems insgesamt zu stärken? Der Samstag beginnt dann mit einer Einführung in die Themen Blockchain und Kryptowährung. Viele führen diese Begriffe im Munde, doch nur wenige wissen, worum es sich dabei tatsächlich handelt. Im Anschluss daran findet das Symposium des Seminars statt: Zukunft der Banken, Banken der Zukunft – Wohin entwickelt sich die Finanzindustrie? Das Symposium führt die einzelnen Stränge des Seminars zusammen und diskutiert die zentrale Fragestellung mit hochkarätigen Gästen. Der Samstagnachmittag steht dann ganz im Zeichen der Fintechs. Nachdem zunächst in einer Keynote die Frage geklärt wird, wie die Fintech-Szene die Finanzbranche in Deutschland derzeit verändert, haben die Teilnehmer des Seminars ausreichend Gelegenheit, selbst in einen persönlichen Austausch mit ausgewählten Fintechs zu treten. Am Sonntagmorgen rückt dann zunächst die Regulierung in den Fokus und es wird geklärt, ob diese das Potential hat, den Fortschritt zu hemmen; schließlich könnten gerade die Newcomer der Branche unter Hürden und Vorgaben leiden. Zum Abschluss wagen wir dann noch einen Blick über den Tellerrand des Finanzsektors hinaus und gehen der Frage nach, welche Funktion die Blockchain außerdem haben und ob sich die Verheißung einer durch sie begünstigten Demokratisierung der Wirtschaft bewahrheiten könnte.

 

Die Veranstaltung wird in Kooperation mit dem Regionalbüro Wiesbaden der FNF und aktiven Stipendiaten realisiert. 

 

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