Der Verband Liberaler Akademiker lädt gemeinsam mit der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit zum jährlichen Regionaltreffen ganz herzlich nach Bonn ein. 

Anmeldung bitte direkt per E-Mail an Dr. Ann Sophie Löhde: zur Anmeldung per E-Mail…

Das Thema: 

Smart Cities – Die digitale Transformation europäischer Städte als Spiegelunserer gesellschaftlichen Grundwerte?

Woran denken Sie eigentlich bei dem Begriff Smart City? Selbstfahrende Autos, intelligenter öffentlicher Nahverkehr? Oder doch eher die Teilnahme an Bürgerentscheiden oder der Antrag eines neuen Personalausweises über das Smartphone?

All diese Themen spielen natürlich eine Rolle in der Smart City, doch bilden sie nur einen kleinen Teil des Puzzles. Klären wir zunächst den Begriff der Smart City. Entgegen dessen, was sich manch einer darunter vorstellen mag, steht bei dem Konzept der Smart City nicht die Technologie im Zentrum. Vielmehr geht es um die gesamtheitliche Weiterentwicklung unserer Städte im Sinne der Bürger. Der Ausgangspunkt eines Entwicklungskonzeptes ist also nicht die verfügbare Technologie, sondern die Bedürfnisse und Interessen der Einwohner einer Stadt. Diese Bedürfnisse sind vielfältig, sie betreffen natürlich häufig intelligente Mobilität, mehr Umweltschutz, eine effizientere Verwaltung, aber eben auch Themen wie gesellschaftliche Inklusion oder den Wunsch nach mehr Demokratie. Nur durch eine überlegte Orchestrierung dieser Interessen kann ein gesamtheitliches Konzept für eine Smart City entworfen werden. Die Umsetzung dieser ganzheitlichen Konzepte bedarf dann natürlich der Nutzung digitaler Technologien. So können durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz Anwendungen (Auswertung großer Datenmengen) ganze Verkehrsnetze optimiert werden, die in Echtzeit das Verkehrsaufkommen analysieren und es so minutengenau vorhersagen können. Sie kennen diese Anwendungen vielleicht aus Ihrem Alltag, wenn Sie ein Navigationssystem verwenden, dass Ihnen ziemlich präzise voraussagen kann, wo auf Ihrer Route Sie in einem Stau stehen werden und, ob sich eine alternative Route auf Basis aller verfügbaren Daten lohnt. Diese Technologie kann nun zum Beispiel im Ampelnetz einer Stadt zum Einsatz kommen, um den Verkehrsfluss zu verbessern. Heutzutage werden hier häufig statische Modelle eingesetzt, die sich an Stoßzeiten orientieren. Durch den Einsatz neuer Technologien ist es jedoch möglich, dies auf Basis von Echtzeitdaten sehr dynamisch zu gestalten. Ein ganz anderes Beispiel, welches aber auf einer ähnlichen Technologie basiert, ist eine intelligente Steuerung der öffentlichen Beleuchtungsanlagen. Über intelligente sensorische Systeme können diese nur bei Bedarf eingeschaltet werden, wodurch Energiekosten eingespart und die Umwelt geschont werden kann. Unzählige solcher Anwendungen sind bereits heute möglich und auch in Pilotprojekten im Einsatz. Wie Ihnen vielleicht aufgefallen ist, werden für all diese Anwenden Daten benötigt und gleichzeitig auch ständig neue Daten generiert. Das viel diskutierte (und höchst relevante) Thema des Schutzes der persönlichen Daten soll bei unserem Regionaltreffen allerdings nicht im Vordergrund stehen, sondern die Frage, wem diese neu generierten Daten aus den Smart City Anwendungen eigentlich gehören sollen und zu welchem Zweck wir diese einsetzen können und vor allem wollen. Gehören diese dem Staat in Form einer Stadtverwaltung, also dem Nutzer und gleichzeitig Erzeuger dieser Daten? Oder gehören sie dem Unternehmen, welches die Technologie und digitale Infrastruktur für die Auswertung und Erzeugung dieser Daten stellt? Oder doch den Bürgern, die die Quelle dieser Daten darstellen, häufig schlicht dadurch, dass sie ganz anonym am täglichen Geschehen ihrer Stadt teilnehmen? Mit diesen Gedanken möchte ich Sie nun erst einmal alleine lassen. Nur so viel – die Antwort auf diese Frage fällt je nach gesellschaftlichem Kontext anders aus.

Und genau diesen Zusammenhang zwischen Smart Cities und dem gesellschaftlich-kulturellem Rahmen, in dem sie entstehen, möchten wir mit Ihnen in Bonn beleuchten und hoffentlich kontrovers diskutieren! 

Bonn

Restaurant Zur Bühne

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