Gemeinsam mit dem Länderbüro Norddeutschland der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und dem Fachkreis MINT des VSA laden wir Euch zum VSA-Konvent 2019 und dem inhaltlichen Rahmenprogramm nach Hamburg ein. 

Die Highlights des Wochenendes in Hamburg:

  • Eine thematische Auseinandersetzung mit hochkarätigen Gästen zum Thema "Wissen schafft Zukunft? – eine Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Wissenschaft, Gesellschaft und Politik" am Freitagabend sowie der Besuch eines Teilchenbeschleunigers am Samstagvormittag. 
  • Die ordentliche Mitgliederversammlung des VSA 2019 am Samstagnachmittag mit Zukunftswerkstatt VSA.  
  • Diverse Freizeitaktivitäten (u.a. Miniaturwunderland, Hafenrundfahrt).
  • Ein Galaabend am Samstag mit Diskussion zum Thema und der feierlichen Verleihung der VSA-Preise 2019. Zum Abend sind auch die (Neu-)Stipendiaten 2019 aus dem Raum Hamburg geladen. 

Die Themenfrage

“Ich finde es erschreckend, wie wenig wissenschaftlicher Rat in der Politik interessiert.” (Julia Reda im Interview mit SPIEGEL ONLINE am 22. März 2019).

Liest man das Zitat von Julia Reda und hat man selbst einen eher akademisch geprägten Hintergrund, so löst ihre Intentention vermutlich eine unbestimmte und untergründige Verärgerung aus. Grundtenor: wie kann es sein, dass Wissen, welches in mühevoller Detailarbeit gewonnen wurde, für politische Entscheidungen keine zentrale Rolle spielt, um die gesellschaftlichen Probleme zielgerichtet zu lösen. Man denke hierzu nur an die komplexen Themen unserer Zeit: Klimawandel, Bürgerrechte, Bildung, Sozialpolitik. Unlängst wurde in den Medien erst wieder zahlreich darauf verwiesen, dass die ersten wissenschaftlichen Warnungen vor dem anthropogene Klimawandel schon vor über 40 Jahren publiziert worden sind. Vielleicht, so könnte eine plausible Schlussfolgerung lauten, liegt es ja an den Wissenschaftlern selbst, dass man sie nicht wahrnimmt? Welche Anreize sollte ein angehender Forscher auch haben, seine Reputation mit einfach verständlichen Veröffentlichungen für Gesellschaft und Politik zu gefährden; würde man sich nicht automatisch fragen, wer neben arbeitsintensiver Forschung, die außer Spezialisten keiner versteht, noch Zeit habe, populärwissenschaftlich zu arbeiten? Und woher sollten die Spezialisten ihres Fachs überhaupt wissen, wie sie schreiben (und reden) müssen, dass sie in der gesellschaftlichen Debatte Gehör finden?

Nun, rekapituliert man aber nochmals die kontroversen Fragen des gesellschaftlichen Diskurses der vergangenen Jahre, so kommt man nicht umhin festzustellen, dass an wissenschaftlicher Expertise selten ein Mangel bestand; mithin ist Expertise sogar in schier unfassbaren Umfang publiziert worden, häufig sogar im Auftrag der politischen Entscheider. Allein zum Klimawandel gab es drei Enquete-Kommissionen des Deutschen Bundestags (1990, 1994, 2002), zahlreiche (wissenschaftliche) Sachverständige beraten die Politik zu unterschiedlichen Sachthemen, wissenschaftliche Kommissionen werden regelmäßig einberufen und nicht zuletzt beschäftigt jedes Mitglied des Bundestags einen wissenschaftlichen Mitarbeiter und kann zugleich auf den wissenschaftlichen Dienst des Bundestags zurückgreifen. Wenn es ein Problem mit dem Verhältnis von Wissenschaft und Politik gibt, die Verfügbarkeit von Wissen kann es eigentlich kaum sein. Und auch die Frage der Sichtbarkeit ist kritisch zu hinterfragen, denn gerade in der Umwelt- und Klimadiskussion ist es wiederholt gelungen, durch plakativen Alarmismus Aufmerksamkeit zu erhaschen und die Debatte zu bestimmen: Wissenschaft als Fortsetzung des parteipolitischen Wettstreits mit anderen Mittel mit dem Anschein wissenschaftlich bewiesener Überlegenheit des eigenen Arguments? 

An dieser Stelle wollen wir ansetzen und im Rahmen dieser Diskussionsveranstaltung dem Verhältnis von Wissenschaft, Gesellschaft und Politik auf den Grund gehen: Wissen schafft Zukunft? – eine Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Wissenschaft und Politik.

Wie muss Wissenschaft kommunizieren, um öffentlich wahrgenommen zu werden; welche Anreize braucht es, damit Wissenschaftler sich als aktiven Teil der öffentlichen Debatte verstehen? Gibt es ein Abhängigkeitsverhältnis der Wissenschaft von der Politik, wenn deren Finanzierung von der Politik bestimmt wird; wie verhindert man Gefälligkeitsgutachten, welche die Positionen der Auftraggeber nur wortgewaltig im Duktus vermeintlicher Wissenschaftlichkeit replizieren? Wie macht man wissenschaftliche Erkenntnisse für die breite Gesellschaft zugänglich, ohne primär nur auf immer schrilleren Alarmismus zu setzen? Wie können wissenschaftliche Erkenntnisse im parteipolitischen (Dauer-)Wettstreit berücksichtigt werden – sind diese beiden Sphären überhaupt kompatibel, wenn auf der einen Seite eine politische Entscheidung jedem Abwägen ein Ende setzen soll, während auf der anderen Seite eine fortwährende Falsifikation endgültigen Wahrheiten entgegensteht?

Dazu werden wir mit herausragenden Gästen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik diskutieren.

Hamburg

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